Steine. Kristall und Wasser

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Steine. Kristall und Wasser

 „Ein Schiff in einem wogenden Meer aus goldenem Weizen.“ Das ist das Bild, mit dem der Architekt Antonio Guarneri sein Projekt beschreibt, das zu den in der Nähe von Udine gebauten „Villen des Lichts“ gehört.

Eingebettet in einem Meer bebauter Felder, scheint sich das Haus zu bewegen mit dem Bug zum Endless-Swimmingpool hin, in dem sich das Spiel aus vollen und leeren Volumen des zur umliegenden ländlichen Landschaft geöffneten Gebäudes wiederspielt.

Das Geopietra Magazine fährt mit dem Interview mit dem Architekten fort, um diese interessante Konstruktion zu entdecken.

Wasser und große Glaswände sind dein Markenzeichen, aber die Steine?

Bevor ich einen Entwurf skizziere, spiele ich gerne den „Trüffelhund“, das heißt, ich gehe zu dem Ort, an dem das Gebäude gebaut werden soll und .... ich „schnüffle“, um die Eigenarten der Umgebung zu erspüren, ich beobachte die Lage und wie die Sonne fällt und versuche vor allem die Haupteigenschaften zu verstehen. In diesem Fall fielen mir besonders zwei Dinge auf, und zwar der wogende Weizen in der Sonne und die Steine, die aus dem Boden der unbestellten Felder hervorschauten. Diese zwei Elemente haben dann bei der Planung in meinen Gedanken wieder Gestalt angenommen und die Form und das Erscheinungsbild des Hauses geprägt.

Und hier kehre ich zu dem Vorgesagten zurück, und zwar zu der sehr wichtigen Rolle, die heute Firmen wie Geopietra in der Architektur innehaben. Ich wiederhole: Heute können wir Architekten aufgrund der großen Auswahl der im Sortiment angebotenen Lösungen mit unendlichen Anwendungsmöglichkeiten unserer Fantasie endlich freien Lauf lassen und vor allem können wir „aufs Ganze gehen“ und Steinarten verwenden, die früher wegen ihrer schweren Auffindbarkeit und hoher Kosten nicht in Frage gekommen wären. In diesem Fall zum Beispiel wäre es aus Kostengründen und wegen des zu hohen Gewichts nicht möglich gewesen, diese wunderschöne Verkleidung mit echten Feldsteinen zu bauen. Geopietra hat mir die Steine genauso geliefert, wie ich sie haben wollte, groß, bereits zugeschnitten, leicht und in nur einer dunklen Farbe, sodass der Kontrast erzielt werden konnte, den ich mir vorgestellt hatte: „gewichtig und massiv“, Mauern aus Feldsteinen neben zerbrechlichen Glaswänden.

Licht und Wasser sind auch in diesem Haus sehr präsente Elemente?

Aufgrund einer sorgfältigen Untersuchung des Sonnenlichts, das im Laufe des Tages durch die präzise Planung der Öffnungen und der geeigneten Abschirmungen ins Innere gelangt, ist jeder Raum auf ein optimales Lichtverhältnis ausgerichtet. Die nach Norden gehenden Volumen sind besonders massiv mit nur wenigen essentiellen Öffnungen, die nach Süden, Osten und Westen haben hingegen sehr große und auch überdimensionierte Fenster, um in allen Innenräumen reichlich Helligkeit und Sonnenlicht zu gewährleisten. Und abends betonen sie bei Beleuchtung die Plastizität des gesamten Hauses und spiegeln sich im umliegenden Wasser wider. Das Wasser ist hier in drei Formen vorhanden: das Wasser im Pool, das Wassers eines natürlichen Weihers und das Regenwasser in der Wanne. Seine Anwesenheit begleitet uns vom Eingangstor an, wo der Zugang zur Villa wie zu einem angelegten Boot gestaltet ist, d.h. über einen über dem Wasser schwebenden Gehsteig, der wie ein Schiffdeck mit Holzleisten verkleidet ist. Rechts das Wasser des natürlichen Weihers mit Karpfen und Wasserpflanzen, links das Regenwasser, das ein Holzfloß für das Mittagsmahl im Freien umspült. Auf der Südseite grenzt der Pool an den sich öffnenden Glasfenstern des Wohnbereichs an, von dem man aus direkt ins Wasser springen kann Der Pool ist multifunktional: Der tiefere Bereich zum Schwimmen und Hineinspringen, der mittlere Bereich mit Sitzgelegenheit für Hydromassagen und schließlich der „Strand“, an dem das Wasser wie am Meer niedriger wird. Sowohl tagsüber als auch nachts spiegelt sich das Wasser im Wohnraum und wirft dank der Sonne seine schimmernden Reflexe auf das Weiß von Wänden und Decke. Und bei Dunkelheit sorgt die nächtliche Unterwasserbeleuchtung für eine stimmungsvolle Atmosphäre in vier Farben.

Und wie sind die Innenräume gestaltet?

Der Wohnbereich ist ein großer Open Space, in dem das Wohnzimmer, das höher liegt als der Rest, vom Wasser des Pools im Süden umspült wird und mit Blick auf den Weizen die Steuerbrücke am Bug dieses Schiffs darstellt. Die Räume sind in räumlicher Kontinuität zueinander angeordnet, wo als Filter zwischen ihnen der Wintergarten mit Sukkulenten und Zitruspflanzen fungiert, der nicht nur die wichtige Rolle als Sonnengewächshaus und Lichtbrunnen für alle umliegenden Räume innehat, sondern auch als Filter zum Außenbereich dient. Die zusammen mit dem Haus entworfene und designte Einrichtung ist perfekt auf die Architektur abgestimmt. Am Abend wird das Innere der ganzen Villa vom Strip-Led-Licht dominiert, das aus den Schlitzen in den Decken und Wänden hervorscheint, und vom Schiefereisenschwarz einiger Einrichtungselemente, die sich harmonisch von den warmen Farben des römischen Travertins absetzen, der speziell behandelt aber nicht geschliffen für die Kontinuität zwischen Innen und Außen sorgt.

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30 'Fernsehsendung: https://bit.ly/2q5v7QO

www.architettoguarneri.com

Arch. Antonio Guarneri

Antonio Guarneri wird am 03.08.60 in Udine geboren. 1989 erwirbt er seinen Universitätsabschluss in Architektur an der I.U.A.V. von Venedig mit der Bestnote 110/110. Der Titel seiner Diplomarbeit ist:  Hypothesen für die Sanierung der ehemaligen Ferienkolonie „Milano Marittima“ zum touristischen Dienstleistungszentrum - die Sanierung des Objekts durch die Erneuerung der rationalistischen Architektur als Strategie für Stadt- und Umweltsanierung. 1991 gewinnt das Projekt der Diplomarbeit den 1. Preis als bestes Projekt Cervias. Seit 1990 arbeitet er als freischaffender Architekt auf dem Gebiet der architektonischen Gestaltung in seinem Architekturbüro Studio di Architettura&Ricerca in Basaldella di Campoformido in der Provinz Udine. Von 1989 bis 1991 begleitet er den Bau eines Hotels & Casinos in der Karibik in Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro aus Miami und erlangt dabei direkte Kenntnisse über die fortschrittlichen Konstruktionssysteme des amerikanischen Bauwesens. Von 2000 bis 2004 ist er außerberuflich als operativer Direktor des von ihm selbst entworfenen archäologischen mittelalterlichen Museums von Attimis (Ud) tätig.

Die vorrangige Planungstätigkeit des Architekten ist mit Absicht und Leidenschaft auf die Gestaltung von Privatvillen konzentriert, die unter dem Namen „Villen des Lichts“ bekannt sind. Ein besonderes Merkmal seiner Villen ist der hohe ästhetische Wert trotz geringer Baukosten. Es ist das Ergebnis seiner fortwährenden Suche in 35 Jahren beruflicher Tätigkeit nach neuen Technologien, Werkstoffen und Bautechniken, die dem Arch. Antonio Guarneri die Schaffung von „Villen des Lichts“ ing&arch and tec erlaubte, d.h. eines neuen integrierten Bausystems, das mittels eines bestimmten Produktions- und Bauprozesses, der im Wesentlichen auf der Wahl, dem Einsatz und der Anwendung von bestimmten Materialien, fortschrittlichen Technologien und Nanotechnologien basiert, hohe architektonische und bauliche Qualität zu niedrigen Baukosten ermöglicht.