FRANZÖSISCHE VILLA

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FRANZÖSISCHE VILLA

DAS PROJEKT.

Ein Ort. Das bereits existierende Haus, das in den 80er Jahren gebaut wurde, befindet sich in der Mitte eines unterhalb der Straße liegenden Grundstücks. Die Lage ermöglicht es dem Besucher, von oben herab auf das Anwesen zu blicken, auch wenn es teilweise hinter einer üppigen Vegetation verborgen liegt. Unser erster Schritt war es, diese Beschaffenheit des Ortes zu nutzen, indem wir einen Weg anlegten, auf dem der Besucher die Umgebung Schritt für Schritt in Form von visuellen Sequenzen erkundet. Der landschaftliche Ansatz ist für uns von grundlegender Bedeutung und eng mit der Architektur verbunden: Diese beiden Aspekte nähern sich an und überschneiden sich, sie bereichern sich gegenseitig und rufen ein wachsendes Wohlbefinden in uns hervor. Die Grenze zwischen Innen und Außen ist eine Relation, die uns sowohl in der Kunst des Lebens als auch in ihrer Wahrnehmung begeistert. Das Leben im Haus ermöglicht es einem, sich täglich mit dieser Ruhe und mit der Ruhe, die es umgibt, auseinanderzusetzen. Unser Ziel war es, dieser Familie einen kleinen gemütlichen Schrein inmitten einer Oase der Ruhe zu bieten.

Der Kontrast ist eine der Leitlinien unserer Arbeit: der Kontrast der Formen, der Farben, der Materie und des Lichts. Der erste Kontrast, der wahrgenommen wird, betrifft die Vegetation. Durch seine Lage teilt das Haus das Gelände in zwei Teile mit deutlich unterschiedlichen Charakteren: Der Bereich oben im Norden ist mit großen Pinien bewachsen und wirkt wie ein Niederwald, der anhand eines Spiels der Dächer die 3 Sequenzen des Hauses erkennen lässt. Nur die zentrale Sequenz öffnet sich uns mit umgekehrter Dachschräge. Um diese Wirkung noch zu verstärken, wurde nach einem architektonischen Ansatz, der das Projekt zum größten Teil geleitet hat, eine Kraftlinie durch das Grundstück und das Haus gezogen, die den Besucher bei der Entdeckung des Ort begleitet bis zum unteren Bereich des Gartens im Süden, wo sich ein unglaublicher Blick auf die Stadt und Umgebung auftut. Diese Kraftlinie ist der Reihe nach in verschiedenen Formen zu erkennen: ein Mineralteppich kann diese Linie in Form von horizontal vom Boden abgehobenen Hochebenen hervorrufen, es folgt ein vertikaler Durchbruch durch die Eingangsfassade mit einem Spiel von Proportionen und Materialien. Auf Augenhöhe drängt sich diese Fassade als Ganzes auf.

Dann öffnet sich die Eingangstür, die die Trockensteinmauer durchbricht und dahinter den Blick auf den zweiten Teil der Landschaft durch einen phantastischen Bildausschnitt nach außen freigibt. Der Blick wird in Richtung Wasser gelenkt, das Herz des Hauses am Ende des Wasserbeckens im Freien nach Durchquerung der SPA im Inneren, wo sich die Geopietra-Mauer widerspiegelt. Der Besucher gelangt jedoch nicht bis ganz zum Wasser, die Glaswand zwingt ihn dazu, neugierig das Hindernis zu überwinden, und somit die Innenräume des Hauses zu erforschen. Das Spiel der Volumen und Materialien begleitet ihn auf diesem Weg. Den Eindruck, den wir bei unserem ersten Besuch des Hauses gehabt haben, war das Gefühl großer Geborgenheit trotz der großen Glaswände, die den Blick nach draußen in endlose Ferne schweifen lassen. Wir haben das Projekt dahin analysiert, dass es mit der internen Form des Volumens verbunden ist. Das schräge Dach bietet innen eine große Höhe, die sich zur Fassade hin verringert. Gestalterisch haben wir das Haus in zwei geteilt und die Richtung des Dachs umgekehrt, sodass im Süden eine 4 Meter hohe Fassade entstand. Im Obergeschoß haben wir die Fassade auf das Panorama geöffnet und eine große Dachterrasse mit atemberaubenden Ausblick geschaffen, die im Herzen des Hauses eingebettet ist.

Die Begegnung. Die Kunst zu Leben der Eigentümer ist das strukturierende Element eines Projekts. Wir verbringen gerne Zeit damit, den zukünftigen Bewohnern zuzuhören, ihre Lebensgewohnheiten, ihren Geschmack, ihre Wünsche und ihre Bedürfnisse zu analysieren. Der Entwurf, den wir erarbeiten, ergibt sich aus der Begegnung mit dem Ort, den vom Kunden übermittelten Daten und unserer Sensibilität. Die menschliche Beziehung ist für uns grundlegend. Wir müssen uns respektvoll in das Leben der Personen einmischen, um ihre Erwartungen, die ihnen zuweilen gar nicht mal bewusst sind, aufs Beste erfüllen zu können. Dieser Punkt zeigt sich sehr deutlich in der inneren Anordnung der Wohnräume.  Wir wollten an der Modularität des Wohnraums neben dem Hauptraum arbeiten, um einige Bereiche zu isolieren und Volumen mit variabler Geometrie je nach Nutzungszweck zu schaffen:  Ein Teil des Raums kann dem Hauptraum angegliedert werden, das Wohnzimmer kann ein sehr offenes Volumen sein, aber auch etwas intimer neben dem Kamin.   Diese Variationen können durch eine Reihe von beweglichen Wänden wie Schwingtüren, Schiebetüren und Glaswänden mit Stoffeinsätzen verwirklicht werden. Und mit einem Spiel mit Spiegeln ist es möglich, sowohl die Hauptachsen als auch die Destrukturierung des Raums zu verstärken. Wichtig war es, dass die Steinmauern, die von außen in die Wohnung kommen, mit dem Einrichtungsstil des Hauses harmonieren.

Dies gelang uns dank der Firma Geopietra, die die Möglichkeit bietet, Mauerwerke aus Stein in den gewünschten Formen und Farben zu schaffen, die nicht nur schön, sondern auch technisch garantiert sind. Die Glasfassade, die sich aus großen Schieberahmen zusammensetzt, kann auf fast ihrer gesamten Länge geöffnet werden, wodurch im Sommer die Grenze zwischen Innen und Außen noch unbestimmter wird. Die Fassade wird von einer fliegenden Metallstruktur getragen, bestehend aus Pfosten, die gekreuzt, gespannt, schlank und im Haus versetzt sind. Die Öffnung wird von einer bioklimatischen Pergola mit schwenkbaren Flügeln begleitet, deren Struktur von uns neu interpretiert wurde.  Einige Pfosten wurde dank der Installation von Zugstangen entfernt, wodurch die Struktur an Luftigkeit gewonnen hat und auch weniger Platz der Terrasse einnimmt. Diese Konzept der Leichtigkeit ist für uns ein Leitfaden bei der Realisierung der Materialien, mit denen wir arbeiten. Der Pool im Freien wurde nach dieser Idee entworfen. Die Wirkung des Beckenrands sollte vermieden werden und zwar zugunsten von großen, destrukturierten Steinplatten, die über das Wasser hinausragen. Das Wasser wird lebendig und fließt zu den Seiten des Overflow-Beckens, die versetzten Stufen scheinen auf dem sich kräuselnden Wasser zu schweben. Es ist immer erstaunlich, wenn man die Komplexität der technischen Details von ästhetisch anspruchsvollen Projekten sieht. Das Verständnis der Materialien, kompetenter Zusammenbau, Voraussicht und technische Studien bereichern mit der Zeit unsere Projekte.

Materialien. Materie. Beleuchtung. Licht. Es ist das Zusammenspiel dieser Elemente, das unsere Projekte animiert und ihnen Leben gibt. Sie spielen eine wesentliche Rolle, um die Stimmungen zu erschaffen, die uns in jedem Raum des Hauses umgeben. Wärme, Kälte, Glätte, Rauheit, Mattigkeit, Glanz. Wald, Stein, Zement, Metall, Glas, Stoff. Es ist eine Frage der Verhältnisse und Proportionen.

Arch. Julie e David Fleury

 

Julie Fleury Architecte - David Fleury Designer: www.juliefleuryarchitecte.fr

Photo by Studio Erick Saillet : www.studio-ericksaillet.com

 

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